9. Januar 2013, Sauerland

Nordischer Skisport in der Wintersport-Arena Sauerland im Aufschwung

Der nordische Skisport in der Wintersport-Arena Sauerland erlebt zurzeit einen rasanten Aufschwung. Ex-Nationaltrainer Jochen Behle freute sich bei der Mitgliederversammlung in Neuastenberg über den Qualitätssprung und will als Botschafter der Region mehr Menschen an den Langlaufsport heranbringen.

550 Kilometer Loipen hat die Sporthochschule Köln neu vermessen, die Skiklubs der Region haben über 1700 neue Schilder geliefert und müssen jetzt aufgestellt werden. Die einheitliche Beschilderung sei ein großes Plus, findet Behle. Der sportliche Direktor des Bundesstützpunktes Willingen/Winterberg betont sogar: „Das Gelände hier ist für nordische Sportarten besser geeignet als das in Bayern.“ Erschlossene Wege, touristische Angebote, zuverlässige Streckenprofile, gutes Informationsmittel und vieles mehr – die Basis ist in Wintersport-Arena Sauerland vorhanden.

Das gilt es nun, bekannt zu machen. Doch die Erwartungen, die geweckt werden, müssten auch erfüllt werden, betont Behle. „Der Leistungssport braucht hochwertige und zuverlässige Angebote.“ Die Loipen müssen stets gut gespurt und die Beschilderung in ordentlichem Zustand gehalten werden. Damit kommt eine Menge Arbeit auf die Skiklubs zu.

„Irgendwann hatte der Stützpunkt mal 20 bis 25 Kaderathleten“, erinnert sich Behle. Die Umstände sind schwieriger geworden: weniger Kinder und erschwerte schulische Rahmenbedingungen. Zudem erfordert Langlauf als Ausdauersportart jahrelanges hartes Training und steht darum nicht besonders weit oben auf der Beliebtheitsskala vieler Jugendlicher. Vor dem Hintergrund sei das Ziel, den Status quo zu halten, wo möglich, zu verbessern. Und eventuell schon 2014 einen Sportler zu den Olympischen Spielen nach Sotschi zu schicken.

Es gelte Akzeptanz für den Leistungssport in der Region zu schaffen – und das gehe über den Breitensport. Ein Netz an hochwertigen, gut gespurten Loipen, das den Sportlern optimale Trainingsbedingungen gewährt, brauche der Stützpunkt Willingen/Winterberg. Und hier schließt sich der Kreis. Denn auch Gäste kommen nur wieder, wenn sie zufrieden mit der Qualität des Angebots sind. Um die Qualität dauerhaft halten zu können, zieht Behle eine Loipenkarte in Betracht, die Gäste kaufen können und die ihnen ganz bestimmte Mehrwerte sichert.

Gemeinsame Aufgaben und Ziele sieht auch der Vorsitzende der Wintersport-Arena Sauerland, Michael Beckmann. „Tourismus und Leistungssport müssen gemeinsam die Politik von den Qualitäten der Region überzeugen, um von dieser Seite die notwendige Unterstützung zu bekommen.“ Vorstellen können sich die Verantwortlichen vieles. Eine Vision ist, mal eine nordische Junioren Weltmeisterschaft zum Stützpunkt Willingen/Winterberg zu holen …

Ein weiteres Thema bei der Mitgliederversammlung war der Klimawandel. Um die Auswirkungen speziell für die Region abschätzen zu können, hat die Wintersport-Arena Sauerland ein eigenes Klimamonitoring begonnen. Es soll kontinuierlich aktuelle Forschungen zusammentragen und auf die Region beziehen. Zudem werden wichtige Wetterdaten erhoben und Statistiken geführt.

Erste Ergebnisse zeigen, dass nach den schneearmen Wintern der 90er Jahre die Winter nach der Jahrtausendwende deutlich schneereicher waren. Klimaforschung sei eine sehr komplexe Sache und die Auswirkungen auf einzelne Regionen sehr unterschiedlich, so Meinolf Pape, der das Klimamonitoring betreibt. In den zurückliegenden Wintern sei ein zunehmender Einfluss von kalter Ostluft zu verzeichnen gewesen. Bestimmte Forschungen stützten die vorsichtige Vermutung, dass dies mit dem Abschmelzen des Polareises und den dadurch beeinflussten Strömungen im Nordatlantik zusammenhängen könne, welche einen entscheidenden Einfluss auf die Winterwitterung in Mitteleuropa haben. (Wintersport-Arena Sauerland)



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